Angebote für die Grundschule

Das Kindermagazin „echt jetzt?“ überzeugt bereits im zweiten Jahr Lehrkräfte mit seinen Impulsen für das Forschen und Lesen in der Grundschule. Die Stiftung erprobte und evaluierte die Fortbildungsreihe „Informatische Bildung im Grundschulunterricht“. Ein neues Projekt sorgt dafür, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ihren Platz in der Grundschule findet. Die Grundschul-App „Potz Blitz! Meine Stromwerkstatt“ ging an den Start und erhielt den „Pädagogischen Medienpreis 2021“. Mit unterschiedlichem Fokus fördern die folgenden Bildungsangebote für den Grundschulunterricht das entdeckende und forschende Lernen von Kindern.

Frischer Wind im Unterricht: „echt jetzt?“ überzeugt Lehrkräfte mit Impulsen für das Forschen und Lesen in der Grundschule

Im Zuge der gemeinsamen Initiative MINT- und Leseförderung der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und der Stiftung Lesen erhielten 2021 bundesweit 1.000 Grundschulen die Ausgaben drei und vier des Kindermagazins „echt jetzt?“: Im Januar, in der Hochphase des Homeschoolings, lieferte das Magazin mit dem Schwerpunkt „Zuhause“ Ideen, den eigenen Lebensraum zu erforschen und zu gestalten. Das Heft „Mahlzeit“ brachte zum Schuljahresstart das Thema „Ernährung“ auf die Schultische. Gestartet war „echt jetzt?“ bereits 2020. Seitdem erhalten 60.000 Kinder in 2.000 Schulklassen jeweils zum Schul- und Halbjahresbeginn Klassensätze des Magazins.
Sowohl das Magazin als auch das digitale Begleitangebot kommen in den Grundschulen gut an: Mehr als 90 Prozent der Lehrkräfte würden „echt jetzt?“ weiterempfehlen – das ergab eine entsprechende Befragung im Frühjahr 2021. Bei den Kindern beobachteten die Lehrkräfte ein gesteigertes Interesse an Sprach- und MINT-Themen, wenn sie „echt jetzt?“ im Unterricht einsetzten. Die Kombination aus gedrucktem Heft und Onlinefortbildung finden 94 Prozent besonders passend. Die Lehrkräftequalifizierung leistet dabei einen wichtigen Beitrag, um Kinder wirksam in ihrer Kompetenzentwicklung zu unterstützen. Die Bereitschaft, digitale Fortbildungsformate zu nutzen, ist in den letzten Jahren messbar gestiegen. Insgesamt 3.200 Lehrkräfte nutzten das „echt jetzt?“-Onlineangebot (Stand Januar 2022). Was ihnen an „echt jetzt?“ gefällt und welche Praxiserfahrungen sie mit dem Angebot gemacht haben, berichten ausgewählte Lehrkräfte in persönlichen Interviews.
„echt jetzt?“ wird durch die Dieter Schwarz Stiftung ermöglicht. Aufgrund des großen Zuspruchs entschied sie sich, zwei weitere Ausgaben von „echt jetzt?“ zu fördern: Die Ausgaben fünf und sechs werden 2023 mit deutlich erhöhter Druckauflage erscheinen. Die digitalen Begleitangebote werden erweitert und noch stärker dem Bedarf im Klassenzimmer angepasst.
„echt jetzt?“ war 2021 auf mehreren Branchenveranstaltungen präsent: Am 30. April stellte das Projektteam „echt jetzt?“ beim Jubiläum der MINT-Allianz vor. Am 5. November gaben die Dieter Schwarz Stiftung, die Stiftung Lesen und die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ beim educon Bildungsgipfel Einblicke in die gemeinsame Initiative und am 12. November 2021 war „echt jetzt?“ mit einem Praxisworkshop bei der Konferenz Bildung Digitalisierung vertreten.

Mehr Infos unter echtjetzt-magazin.de

© Stiftung Haus der kleinen Forscher

Blended-Learning-Angebote für den Grundschulunterricht

Der Aufbruch in die Grundschule wird in der Stiftung weiterhin durch das Projekt „PRIMA!“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, und den darin entwickelten Blended-Learning-Fortbildungsreihen angeführt. Die Stiftung konzipierte die Fortbildungen mit dem Fokus auf Wirkungsorientierung und fundiertes Vorgehen. Das zeigte sich zunächst in der ersten Jahreshälfte, als die Fortbildungsreihe „Informatische Bildung im Grundschulunterricht“ erprobt wurde. Sowohl die Fortbildungsreferentinnen als auch die teilnehmenden 39 Lehrkräfte aus der ganzen Bundesrepublik standen dabei unter genauer Beobachtung eines Evaluationsteams, zusammengesetzt aus internen und externen multidisziplinären Fachleuten. Kaum eine andere Lehrkräftefortbildung kann das von sich behaupten. Die Ergebnisse finden nun Einzug in das finale Konzept, das ab 2022 zur Umsetzung zur Verfügung steht.
Nicht nur diese Pilotierung war von wissenschaftlicher Begleitung und Fundierung geprägt: In der AG „Gute MINT-Bildung im Grundschulunterricht“ entwickeln sechs Fachpersonen der MINT-Didaktik von fünf Universitäten Kriterien guten MINT-Unterrichts. Neu ist dabei vor allem der MINT-verbindende Blick auf den Grundschulunterricht. In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Simone Dunekacke (FU Berlin) und Dr. Julia Barenthien (Universität Hamburg) entstand zudem eine Expertise zu den „Gelingensbedingungen von MINT-Fortbildungen für Grundschullehrkräfte“, die die bereits entwickelten Ansätze im didaktischen Konzept zu Aufbau und Inhalten der Fortbildungsreihe wissenschaftlich bestätigt hat. Die Ergebnisse beider Arbeitsgruppen werden 2023 in einem gemeinsamen wissenschaftlichen Begleitband der Stiftung veröffentlicht und für die Weiterentwicklung der Angebote genutzt.
Parallel startete das Projekt „PRIMA!Baden-Württemberg“ gemeinsam mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL), ermöglicht durch das Kultusministerium Baden-Württemberg und die Dieter Schwarz Stiftung, mit den ersten Fortbildungsstaffeln „Entdeckendes und forschendes Lernen im Sachunterricht am Beispiel Energiebildung“. Dafür qualifizierte das Projektteam zehn vom ZSL ausgewählte Fortbildnerinnen, die nun bereits gemeinsam mit einem Stiftungsreferenten in drei Regionen im Ländle Fortbildungen umsetzen.
Welche Wirkung die PRIMA!-Fortbildungen haben, zeigt exemplarisch ein Zitat einer Lehrkraft aus der Informatik-Pilotierung: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge! Nach diesen Monaten des gemeinsamen Lernens geht ein Netz verloren, das mir Rückhalt gegeben hat. Durch die Fortbildung habe ich unheimlich viel dazu gelernt und werde auch weiter auf diesem Weg gehen. Ich habe Mut bekommen, mich dem Thema ‚Informatische Bildung‘ in der Grundschule zu stellen.“
Die PRIMA!-Projekte (aktuell "PRIMA!2023", zuvor: "PRIMA!Start") werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und entwickeln inhaltliche Grundlagen. Bundesländer können darauf aufbauend Kooperationen mit der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" vereinbaren und zu ihren Lehrplänen bzw. Kerncurricula passende Versionen der Fortbildungen in ihrer Region anbieten.

Mehr Infos zu Prima.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Ganztagsgrundschulen

© Jürgen Biniasch/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Meike Rathgeber bei der schulinternen Fortbildung zu BNE

Dass auch BNE einen Platz in der Grundschule findet, dafür sorgte 2021 das Projekt „Zukunft pflanzen – Labor für Bildung für nachhaltige Entwicklung an Ganztagsgrundschulen in Baden-Württemberg“ – kurz: BNE-Lab. Das Anfang März gestartete Labor will ein Konzept zur Verankerung von BNE in Ganztagsgrundschulen entwickeln. Das Projekt gehört zum Programm „Kinder pflanzen Bäume – Gemeinsam den Zukunftswald gestalten“ der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und wird von dieser gefördert.
Durch die Unterstützung des Kultusministeriums konnten im Mai aus 38 Bewerbungen fünf Schulen ausgewählt werden. Die Schulleitungen trafen sich erstmals im Juni online und begannen im Anschluss mit der Planung. Die meisten von ihnen konnten bereits im Herbst Baumpflanzaktionen durchführen, die auch pressewirksam in Szene gesetzt wurden.
Im Anschluss durchliefen sämtliche Schulen eine eintägige schulinterne Fortbildung zu BNE. Laut Befragungsergebnissen fühlen sich alle Beteiligten in ihren unterschiedlichen Schwerpunktthemen gut orientiert. Einige haben schon begonnen, erste Schritte umzusetzen. Für die Verstetigung und weitere Begleitung hat im Dezember bereits ein Folgetreffen der Schulleitungen stattgefunden. Bis zum Ende des Projekts im Sommer 2022 sind weitere Treffen geplant.

Prämierte Unterrichts-App zu Strom und Energie

Ende Januar 2021 hat die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ das durch die E.ON Stiftung geförderte Projekt "Digital Lab 2.0" erfolgreich abgeschlossen. In den vorangegangenen eineinhalb Jahren erprobte sie, wie sich der pädagogische Ansatz der Ko-Konstruktion auch in die Entwicklung eines digitalen Sachunterrichtsangebots für Klasse 3 und 4 übersetzen lässt. Gemeinsam mit Grundschullehrkräften aus Niedersachsen und Berlin entwickelte das Projektteam im Rahmen eines Design-Thinking-Prozesses die App „Potz Blitz! Meine Stromwerkstatt". Diese wurde speziell als kostenfreies Werkzeug für Lernbegleitungen konzipiert, die digitale und analoge Unterrichtseinheiten zum Thema „Strom und Energie“ sinnvoll verknüpfen möchten. Ein mitgelieferter Leitfaden zur Unterrichtsbegleitung und Arbeitsblätter-Vorlagen unter freier Lizenz unterstützen Lehrkräfte bei der Unterrichtsplanung. „Es gibt zum Thema ‚Strom‘ kein vergleichbares Angebot“, sagt Projektleiterin Anne Lehmann. „Gemeinsam mit den Lehrkräften haben wir drei zentrale Bereiche definiert, die mit Unterstützung der App entdeckt und erforscht werden sollen: Wie entsteht Strom und wie wird er zu mir nach Hause transportiert? Wie funktioniert ein Stromkreis, wie kann er gebaut werden und welche Fehler können auftreten? Und: Welchen Strombedarf haben unterschiedliche Haushaltsgeräte und wie können diese effizient betrieben werden?“
„Potz Blitz! Meine Stromwerkstatt“ wurde nach dem Launch Anfang Januar 2021 nicht nur von der Bildungscommunity gut angenommen. Eine fachkundige Jury aus Kindern, Eltern, pädagogisch Tätigen und Medienpädagoginnen und -pädagogen verlieh der App im Herbst das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ mit dem „Pädagogischen Medienpreis 2021“ in der Kategorie „Angebote für Kinder“.

Mehr Infos zur Grundschul-App

Forschen mit digitalen Medien im Grundschulunterricht

In den Schulen hat die Digitalisierung in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen – nicht zuletzt durch die DigitalPakt-Mittel der Bundesregierung. Doch nach wie vor hat Deutschland im internationalen Vergleich viel aufzuholen – nicht nur bei der Ausstattung, sondern vor allem bei der Qualifizierung der Lehrkräfte. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ will hier mit einer praxisorientierten Lehrkräftefortbildung zum sinnvollen Einsatz digitaler Medien unterstützen, speziell in der MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Besondere: Das Fortbildungskonzept entsteht im Rahmen eines ko-kreativen Prozesses mit einem externen, multiprofessionellen Team. Für das „Kollaborative Konzept-Lab“ (Ko-Lab) konnte die Stiftung Grundschullehrkräfte aus staatlichen und privaten Einrichtungen, Trainerinnen der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, Mitarbeitende aus weiteren Bildungsinitiativen und wissenschaftliches Hochschulpersonal gewinnen.
Zwischen September und November 2021 trafen sich die 18 Lab-Teilnehmenden in fünf Design-Thinking-Workshops, um Ideen für die zukünftige Lehrkräftefortbildung auszuarbeiten. Im Laufe der Workshops wurden drei Ziele formuliert, die die neue Lehrkräftefortbildung leisten soll:

  1. Grundschullehrkräfte lernen verschiedene digitale Tools und deren Anwendungsmöglichkeiten kennen und bauen Berührungsängste im Umgang mit Software und technischen Geräten ab.
  2. Sie erleben, wie sie forschendes Lernen mit digitalen Medien gestalten und Unterrichtsszenarien entwickeln können, die von den Fragen der Kinder ausgehen und sich mit konkreten Phänomenen oder Problemen beschäftigen.
  3. Sie erhalten Unterstützung bei der Anwendung des Gelernten und bei der Verankerung der Fortbildungsergebnisse in der Praxis.

Das Projekt „Kollaboratives Konzept-Lab“ wird durch die Friede Springer Stiftung ermöglicht.

Mehr Infos zum Projekt

 

Eindrücke aus den Design-Thinking-Workshops des Ko-Labs (© Stiftung Haus der kleinen Forscher/Andreas Amann)
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